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6. September 2010

Ecolo unterstützt Hersteller von Rohmilchprodukten

Von der FANSK geforderte Maßnahmen eine Bedrohung für handwerkliche Betriebe, ohne einen nennenswerten Zugewinn an Sicherheit zu gewährleisten
Ecolo unterstützt Hersteller von Rohmilchprodukten

Anlässlich der Messe für Bioprodukte « Valériane » 2010, die am 4. September eröffnet wird, möchte Ecolo erneut seine Unterstützung der Produzenten von Rohmilchprodukten äußern, insbesondere der Ziegen- und Schafszüchtern, die sich von einer neuen, unangemessenen Maßnahme der FANSK bedroht sehen.

Im Fall eventueller Fälle des Q-Fiebers in einem Betrieb möchte die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette die Ziegen- und Schafsmilchbetrieben, die Rohmilchkäse herstellen, zur Pasteurisierung ihrer Milch verpflichten.

Ecolo zweifelt jedoch an die Wirksamkeit dieser Maßnahme: Sie wird dem Infizierungsrisiko des Menschen von Q-Fieber nicht gerecht und könnte zudem den Ruin von handwerklichen Käsehersteller verursachen. Laut Ecolo sind die von der Föderalagentur angeführten medizinischen Gründe für die auferlegte Pasteurisierung wissenschaftlich nicht haltbar. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat diese Gründe nicht bestätigt. Bislang gibt es keinen Beweis für die Übertragung der Krankheit an den Menschen durch den Verzehr von Milch und/oder Milchprodukten, die die für das Q-Fieber verantwortliche Bakterie Coxiella burnetii enthalten.

Schlimmer, die vorgesehene Maßnahme könnte sogar das Infizierungsrisiko von Milchprodukten erhöhen: Die Pasteurisierung zerstört deren natürlichen Flora. Weil die Übertragung des Q-Fiebers hauptsächlich über die Umwelt geschieht, hat die pathogene Bakterie freie Bahn, um sich nach der Milchpasteurisierung zu entwickeln. Somit kann die Milch auch noch nach der Pasteurisierung infiziert werden.

Ecolo fordert, dass die FANSK die Diskussion mit allen Ebenen des Landwirtschaftssektors sucht und zuerst solche Maßnahmen vorzieht, über die sich der Sektor in Sachen Q-Fieber einig ist. Nicht zuletzt ruft Ecolo die Landwirtschaftsministerin Sabine Laruelle dazu auf, die unangebrachte Pasteurisierungsmaßnahme zu verweigern. Die FANSK und die Nahrungsmittelsicherheitspolitik im Allgemeinen sollten dafür sorgen, dass Maßnahmen, deren Vorteile für die Volksgesundheit nicht belegt sind, handwerkliche Betriebe nicht gefährden.

Monika Neumann und Patrick Dupriez

Wallonische Regionalabgeordnete

Marlene Bongartz

Provinzialrätin

Michael Hennes

Landwirt