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Bericht einer der Gässchenwanderungen: Von der Pfarrer Henreco-Straße zum Bushof

Ob überhaupt jemand den Weg zur Pfarrer Henreco Straße findet?“ fragte sich die Animatorin der Wanderung  besorgt. „Wer weiß schon, wo die liegt?“


Aber dann kamen sie: erst zwei, dann wieder zwei, eine Dame mit Kind, ein langer junger Mann... Insgesamt waren sie zu zehn. Nicht gerade eine Menge, aber überschaubar und sympathisch. Wenigstens brauchte sie nicht zu schreien bei ihren Erklärungen.

Nachgeforscht hatte sie, wer Pfarrer Henreco  und Peter Becker ist; Hans Schön und  Bürgermeister Zimmermann hatte sie selbst gekannt. Nach diesen vier Persönlichkeiten aus der Vergangenheit ist jeweils eine Straße im Viertel benannt und sie hatte über jeden etwas zu erzählen.


Etwa, dass Pfarrer Henrco eigentlich der erste Eupener Pfarrer war, 35 Jahre im Amt blieb und 1710 auf dem Rotenberg ein Waisenhaus gegründet hat, das Kinder ab 7 aufnahm, die bereit waren, täglich 10 Stunden als Spinner oder Weber zu arbeiten.

Oder dass Peter Becker direkt vor dem allseits bekannten Bürgermeister Mooren als sehr beliebter Bürgermeister und später sogar Oberbürgermeister fungierte, dem Eupen den Ausbau des Rotenbergs zu verdanken hat und dessen Porträt als erstes den Rathaussaal zierte, sodass alle weitere Bürgermeister auch dort verewigt sein wollten.

Bürgermeister Zimmerman weihte in 1950 die Talsperre ein, die der Wassernot in Eupen in trockenen Monaten ein Ende bereitete. Vor allem aber war er nach dem Versailler Vertrag der erste belgische Bürgermeister von 1928 bis 1964 (mit einer Amtsenthebung während des zweiten Weltkrieges). In 1945 forderte er die Eupener in der so genannten „Befreiungsansprache“ auf, „nunmehr offen und ehrlich belgisch zu denken und belgisch zu fühlen“.

Und dann Hans Schön, den freundlichen Krankenpfleger, an den sich auch andere Gässchen-Wanderinnen erinnerten: in 1948 war er mit einem deutschen Kriegsheimkehrertrupp durch Eupen gekommen und hier geblieben. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass die Feuerwehr in 1950 einen Rettungswagen erhielt unter der Bedingung, einen 24stündigen Bereitschafsdienst zu gewährleisten.  

Die Führerinnen der drei angebotenen Gässchenwanderung, hatten sich auch eine kleine Herausforderung für ihre Wegbegleiter ausgedacht: Anhand von jeweils 10 Fotos sollten sie unterwegs die Augen offen halten und nicht so offensichtliche Details finden, denn „Neue Blickwinkel und Oasen zu entdecken“ ist  eins der Argumente, mit denen die Eupener zum Benutzen der Gässchenkarte animiert werden sollen.


Das Suchen nach diesen manchmal winzigen Details, die aber durch das Foto sehr aufgewertet waren und an Wichtigkeit gewannen, erwies sich als lustig und animierte den Austausch zwischen den TeilnehmerInnen.

An der Klötzerbahn angekommen erhielt dann  jeder Teilnehmer eine der neuen Gässchenkarten und konnte bei einem kühlen Getränk noch etwas verweilen und mit den anwesenden Mitgliedern der ECOLO-Lokalgruppe austauschen.


Margit Meyer