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3. September 2014

Politischer Blackout

ECOLO-Ostbelgien reagiert auf die Ankündigung eines drohenden Engpasses in der Energieversorgung während der Wintermonate.
Politischer Blackout

Unter Beteiligung von ECOLO hatte die damalige Regierung am 31. Januar 2003 den Ausstieg aus der Kernkraft gesetzlich verankert. Jeder belgische Atomreaktor sollte nach 40 Jahren Laufzeit vom Netz. Parallel hierzu sollte in eine Erweiterung der Produktions- und Speicherkapazitäten von erneuerbaren Energien investiert werden, um einen möglichst reibungslosen Wechsel von Kernenergie auf erneuerbare Träger zu gewährleisten.


Leider wurde die mit diesem Gesetz verbundene Energiewende nach 2003, ohne föderale grüne Regierungsbeteiligung, niemals richtig angegangen. Hin und her gerissen von Lobbyisten versuchten mehrere Regierungen, den Ausstieg ganz oder teilweise zu kippen. Die Regierung Di Rupo I verständigte sich letztlich darauf, die Laufzeit des Uralt-Reaktors Tihange I um zehn Jahre zu verlängern – verbunden mit Investitionen in Höhe von 600 Millionen Euro!


Während die Unterhändler zur Bildung einer neuen liberal-konservativen Regierung laut über eine Laufzeitverlängerung für alle belgischen Meiler und sogar den Bau eines neuen Reaktors nachdenken, bekommt die Bevölkerung die Quittung dieser kurzsichtigen Politik präsentiert: Wir steuern blindlings auf einen energetischen Engpass in den Wintermonaten zu.


Der Grund: Tihange 2 sowie Doel 3 und 4 mussten aus Sicherheitsgründen auf unabsehbare Zeit vom Netz. Drei von sieben belgischen Meilern sind derzeit betriebsunfähig - der mit 56 Prozent Marktanteil bedeutendste Energieproduktionssektor somit empfindlich gestört. Die Sanierung der maroden Meiler würde Investitionen in Milliardenhöhe erfordern!


Staatsministerin Catherine Fonck sieht die Lösung des Problems im Energieimport aus Nachbarstaaten und im koordinierten Ausschluss verschiedener Regionen des Landes von der Energiezufuhr. Beides sind keine langfristig haltbaren Modelle.


ECOLO sieht die Lösung in einer Abkehr vom latenten politischen Blackout, der die akute Bedrohung durch einen energetischen Blackout erst ermöglicht hat.


Wie ECOLO-Ostbelgien bereits im Jahre 2011 in einer von allen deutschsprachigen Gemeinden unterzeichneten Resolution gefordert hat, muss am Ausstieg aus der Atomkraft unbedingt festgehalten werden. Die aktuelle Situation führt uns vor Augen, wie wichtig konsequente Maßnahmen zur Förderung von Energieproduktion auf erneuerbarer Basis und Investitionen in Energiesparmaßnahmen sind – auch aus wirtschaftlicher Sicht.


Wenn wir den derzeitigen Weckruf vernehmen, könnte sich die anstehende Energiekrise als positiver Impuls auf den Ausbau nachhaltiger Energieversorgung in unserem Land auswirken. 


Freddy Mockel
ECOLO